Brackweder Kino-Historie

Die Gemeinde Brackwede (heute Stadtbezirk Bielefeld-Brackwede) hatte insgesamt vier Filmtheater, die im Verlauf des großen Kinosterbens der 1960er Jahre geschlossen wurden.

Lichtburg, heutiger Treppenplatz                            (1930-1945)

Lichtburg-Eröffnung 1930
Lichtburg-Eröffnung 1930

Hermann Silz, der erste Betreiber der Brackweder Lichtburg, hatte "die technischen Vorrichtungen für Tonfilme" bereits installieren lassen.

"Die musikalische Begleitung der Filme geschieht bis dahin mit Kraftverstärker"

 

Der Saal bot 450 Personen Platz und war mit rosaroter Wandbespannung und einer mit braunem Rahmen gefassten Bühne ausgestattet. Der Premierenfilm "Die weisse Hölle vom Piz Palü" wurde noch als Stummfilm gezeigt, da der Tonfilm im Produktionsjahr 1929 noch nicht ausgereift war. Die Lichtburg-Eröffnung fand am Donnerstag um 8 1/4 Uhr statt und dauerte 127 Minuten.

Am 23. Dezember 1935 gab es für "Die weisse Hölle vom Piz Palü" eine zweite Premiere im Ufa-Pavillion am Nollendorfplatz in Berlin.
In der Zwischenzeit war der Film auf 92 Minuten Laufzeit zusammengeschnitten und vertont worden.
Giuseppe Beccé schrieb die Musik zur Tonfilmfassung.

Am 2. Mai 2005 kehrte der Premierenfilm des ersten Brackweder Kinos zurück:
Eine Original 35 mm-Nitro-Filmkopie der Tonfilmfassung von 1935, bestehend aus 5 Rollen und in hervorragendem Zustand befindet sich jetzt wieder in Brackwede.

Werbepostkarte zum Film "Die Drei von der Tankstelle", 6. - 12. Februar 1931

Das HORCH-Werbefahrzeug (Kennzeichen: IX II759) 1936 mit der Kinowerbung für die Filme AVE MARIA + TRUXA

 Auf der Sieckstraße (linke Seitenflanke der Lichtburg)

 

 

 

Überbleibsel der Lichtburg:
35 mm-Tonfilmrolle "Unser Führer" von 1934, 190 m lang

 

Zensurkarte

für den Film

"Unser Führer" Nr. 36938

Abstimmungsfilm zum 19. Aug. 1934

Der Film wurde als "staatspolitisch wertvoll" freigegeben.

Ewald Kürbis, Filmvorführer, 1943 vor der LICHTBURG & an der ERNEMANN II

 

 

Lebensmittelhaus  Hermann Ganske Kolonialwaren

 

(rechte Seitenflanke der Lichtburg zur Grünstraße)

 

 

Die "Lichtburg" im Frühjahr 1945 kurz vor ihrer Zerstörung.

Das erste Brackweder Kino "Lichtburg" ereilte sein Schicksal am 3. März 1945, als alliierte Bomber einen Volltreffer auf den Kinosaal erzielten. Die Saaldecke stürzte ein, es wurde niemand verletzt. Der Vorführraum hatte den Angriff überstanden, sodaß die ERNEMANN II-Maschinen geborgen und im späteren Verlauf im Saal der Gaststätte "Tölke" wieder eingesetzt werden konnten.

Auf dem ausgebombten Gelände der "Lichtburg" befindet sich heute der Treppenplatz.

Parteiveranstaltung vor der "Lichtburg", 1930er Jahre