Decelith-Schallfolien

Reichsrundfunk-Schallplatten

Decelith ist ein ab 1936 auf PVC-Basis im Eilenburger Chemiewerk (ECW) hergestellter Kunststoff. Eine der bekanntesten Verwendungen ist die Pressung von Schallfolien aus diesem Stoff.

 

Aufnahmegerät für Decelith-Schallfolien
Aufnahme auf DECELITH-Schallfolie von Paul Knepper
Decelith Paul Knepper-PK Bericht.mp3
MP3-Audiodatei [1.7 MB]

Bemerkenswert sind auch die wenigen Privataufnahmen, die von Soldaten an der Front gemacht wurden. Natürlich waren es meist Offiziere oder Fernmeldetechniker, die ein gesprochenes Kriegstagebuch führen konnten. Dem einfachen Soldaten gab man hingegen die Möglichkeit, einen tönenden Feldpostbrief in die ferne Heimat zu schicken. Die Worte waren mit Bedacht zu wählen - doch trotz der Schere im Kopf, konnten die Angehörigen meist etwas von der Kriegsrealität heraushören.

Glückwunsch-Aufnahme auf DECELITH-Schallfolie
Decelith Paul Knepper-Glückwunsch.mp3
MP3-Audiodatei [1.5 MB]

Die Folien sind die Überbleibsel aus der Gründerzeit des Rundfunks und der Schallaufzeichnung. 1932 hatte die Firma Telefunken einen Schneid- und Abspielkoffer auf den Markt gebracht, doch das Gerät war für den einfachen Mann noch zu teuer. Technikinteressierte bauten daher ihre Grammophone kurzerhand in einfache Plattenschneider um. Die heimischen vier Wände wurden nun zum privaten Tonstudio.

Was den Menschen wichtig erschien, wurde in Lack-, Plastik- oder Gelatinefolien geschnitten: die Stimme der Großeltern, die ersten Worte des Kindes, tönende Geburtstagsgrüße, liebevolle Worte an die Braut, oder private Gesangsstücke. Doch man kopierte auch Platten, oder zeichnete Rundfunksendungen auf. Die Einsatzgebiete der Schallaufzeichnung waren vielfältig.

Schallaufzeichnung TANNENBERG